David Moore im Ten-Dance
"Bam, bam, bam and turn." Das Gummi von 100 Schuhsolen quietscht auf dem glatten Parkett in der Tanzschule Ten-Dance, als sich rund 100 Gummisohlen auf Befehl auf der Stelle drehen. Sneakers sind Pflicht beim HipHop-Workshop mit US-Starchoreograph David Moore. "Boom an up, boom and up." Moore streicht sich durch die verschwitzten Haare. Er muss laut rufen, um gegen die Musik anzukommen. Die Blicke der Teilnehmer sind konzentriert geradeaus gerichtet. In der großen Spiegelwand werden die eigenen Schritte kontrolliert, der Gesichtsausdruck gecheckt. Jede Bewegung muss sitzen, bis in die Fingespitzen ist die Choreographie durchgeplant. Ellen Rudtke (17) gefällt genau das: "Es hilft total, wenn man genau weiß, was mit den Armen machen soll, dann ist das Ganze irgendwie runder. Ausserdem kann er super erklären." Ja, Moore erklärt tatsächlich viel - allerdings auf Englisch. Den Jugendlichen scheint das allerdings nicht viel auszumachen, umso genauer müssen sie die Schritte beachten, die Moore vortanzt. Auch Dimitra Bitsikas, mit zehn Jahren die jüngste Teilnehmerin, schafft es ohne Probleme, die neue Choreographie innerhalb einer dreiviertel Stunde zu lernen. "Ein paar Worte verstehe ich, aber ich gucke mir das Meiste eigentlich ab."
Zwei Choreos müssen an diesem Abend in nur rund zwei Stunden gelernt, neue Schritte einstudiert werden. Die Erste, angeblich die Leichtere, scheint für die Teilnehmer kein Problem zu sein - trotz des rasanten Tempos, mit dem Moore die Kommandos ausgibt. Ellen lacht. Nein, das sei nun wirklich nicht schwer gewesen. "Ich tanze seit vier Jahren und ein paar Moves kennt man dann einfach." Trotzdem sei Moores Stil anders, irgendwie zackiger, exakter. David Moore ist in der Szene ein echter Star. Der 25-Jährige unterrichtet am "Millenium Dance Complex" in Los Angeles, wo unter anderem auch Größen wie Misaa Gabriel und Marty Kudelka den "L.A.-Style" prägen. Zur Zeit ist er auf Workshop-Tour durch Deutschland unterwegs: 14 Städte, zwei Kurse pro Tag.
Am Nachmittag sei er noch in Kempten gewesen, hat Moore zur Begrüßung gesagt, und so müde, dass auf der Fahrt nach Ulm fast im Auto eingeschlafen sei. "But you guys inspire me." Die Gruppe gebe ihm Energie, erklärt der Tänzer zur Begrüßung. Von Müdigkeit ist nichts zu spüren: Mit leuchtenden Augen verfolgen die 50 Teenager die Vorführung ihres Idols, flüssig, lässig und locker zeigt er, wie die Schrittfolge beim Profi aussieht. Nicht nur die zahlenmäßig überlegenen Mädchen hängen Moore an den Lippen. Auch die Jungs nicken anerkennend, als der US-Star sein Können zeigt. Dabei wirkt er aber nie arrogant, sondern eher witzig, kumpelhaft, spitzbübisch. Sogar die Konkurrenz vom "Dance Complex" in Neu-Ulm ist vorbei gekommen, um Moore tanzen zu sehen.
Noch einmal performt Moore schließlich alleine. Und wird zum Dank mit Schuhen und Basecaps beschmissen. Das sei ein zeichn der Anerkennung, erklärt Maxim. "So gut wie er sind wir eh nicht, da können wir gleich barfuß laufen."